Südlaos: Champasak und Pakse

Von Florian am  18.12.2015 |

Datum: 16.12.-17.12.2015 Motobiketour Champasak / 17.12.-18.12.2015 Pakse

Motobiketour im Gebiet Champasak

Bei unserem kurzen Stopp in Pakse, holen wir uns beim Belgier die Karte für die Umgebung Champasak ab. Schnell gibt er uns noch seine Tipps und aktuellen Preise. Los gehts.

Die Fahrt führt erneut über eine gut asphaltierte Strasse. Wir stoppen kurz bei einem Wat auf einem Hügel, von welchem wir einen schönen Ausblick auf den Mekong haben. Der Mekong wird ab Champasak immer breiter, bald würden die ersten Inseln der „4000 Inseln“ in Sicht sein. Aber schon von hier aus sieht man einzelne kleine Inseln im Mekong auftauchen.

Wat Phu (Vat Phou)

Die ehemalige Königsstadt Champasak und die umliegende Kulturlandschaft sind ein UNESCO Weltkulturerbe. Dazu gehören Überreste einer Strasse, die wahrscheinlich zu Angkor Wat geführt hat, und der Wat Phu, eine Khmer Hindu Tempelanlage. Bei uns ist es schon länger her, seit wir Ruinen besichtigt haben. Da wir noch nicht sicher sind, ob wir nach Kambodscha und somit zum Angkor Wat gehen, können wir diese Stätte fast nicht auslassen. Obwohl ein Teil der Ruine gerade renoviert wird, erhalten wir einen guten Einblick in die Grösse dieser Anlage und den optimalen Standort. Denn vom Hügel aus kann man weit ins Land sehen und die überwachsenen Treppen verleihen dem Ort einen eigenen Charm.

Oben an der Treppe finden wir die Überresten des Heiligtums so wie einen in Stein gemeisselten Elefanten und ein Krokodil.

Nachdem wir die Ruinen ausgiebig erkundet haben, machen wir uns wieder vom Hügel runter und wollen noch dem Museum einen Besuch abstatten. Dieses sollte bis 16:00 Uhr geöffnet sein. Wir sind um 15:45 Uhr vor dem Museum und alles ist schon geschlossen. Als wir am Eingang nachfragen was los ist, meint die Dame nett, dass es bis um 16:00 Uhr geöffnet ist. Als sie dann begreift, dass bereits alles geschlossen ist, kommt sie selber schauen. Naja, ändern tut dies auch nichts mehr, denn der Mitarbeiter dort hat wohl beschlossen, heute früher Feierabend zu machen. Ihr Vorschlag lautet: Kommt morgen nochmals vorbei, dann sollte es offen sein.

Champasak ist ein kleines, ruhiges Örtchen, welches neben diversen  erstaunlichen Tempeln mehrere Gasthäuser am Ufer des Mekongs besitzt. In einem dieser Gasthäuser lassen wir uns nieder und geniessen bei einem Bierchen den Sonnenuntergang über dem Mekong.

Elefanten

Am nächsten Morgen machen wir uns über den Mekong auf den Weg Richtung Bane Pha Pho. Dort soll ein Laot einen Elefant fürs Reiten halten, welcher er nicht mehr zur Arbeit im Wald einsetzt. Darüber hinaus soll er französisch sprechen, was sich bei einem kurzen Telefonat bewahrheitet hat. Um dort hin zu kommen, muss nach der Flussüberquerung und einigen Kilometern asphaltierter Strasse eine „Dirtroad“ befahren werden, welche ihrem Namen gerecht wird. Die letzten 6 Kilometer auf dieser „Strasse“, welche mehr aus Löchern, grossen Steinen und Fahrrillen besteht, verlangen mir alles ab beim Fahren. Bei unserer Ankunft sind wir von Kopf bis Fuss durch den roten Staub eingefärbt und unser Motobike hatte wohl keine Freude an den vielen Schlaglöchern 😉

Der zweistündige Elefantenritt mit anschliessendem Baden hat uns sehr gut gefallen. Noch besser hat uns gefallen, wie der Mahout mit dem Elefanten umgegangen ist. Man merkt wirklich, dass die beiden eine längere Beziehung verbindet. Zu unserem Erstaunen und Enttäuschung finden wir heraus, dass der Elefant ansonsten im „Dschungel“ angekettet ist und sich nicht frei bewegen kann. So etwas wollen wir eigentlich nicht unterstützen und obwohl der Ausritt mit dem Elefanten schön war, würden wir kein zweites Mal mehr dort hin gehen. Wir gehen zwar davon aus, dass der Elefant mit dem Reiten der Touristen ein besseres Leben hat, als wenn er den ganzen Tag im Wald Bäume schleppen muss, aber wissen tun wir dies nicht. Zudem ist fragwürdig, wie es dem Elefanten geht, wenn der nun noch sehr kleine Tourismus in der Gegend zunimmt und er 3 bis 4 Ausritte pro Tag machen muss und nicht mehr nur einen…

Mit einer schönen Erinnerung und trotzdem kleinen Gewissensbissen, ob wir das Richtige gemacht haben, nehmen wir die holprige Strasse zurück nach Pakse und fahren zum grossen Buddha hoch für den Sonnenuntergang. Für uns wird es die letzte Nacht in Laos sein, denn schon morgen geht es mit dem Nachtzug weiter nach Bangkok.

Zuvor treffen wir aber noch durch Zufall auf Sophie, Guillaume und Sarah, mit welchen wir nochmals zusammen ein Abendessen geniessen und am nächsten Tag ein Frühstück.

Gerne wären wir noch ein paar Tage länger in Laos geblieben und hätten mehr im Süden erkundet, aber unsere Zeit ist nur begrenzt und wir denken, dass wir einen grossen Teil des Landes gesehen haben und so verschiedene Eindrücke mitnehmen können. Obwohl wir anfangs einen schwierigeren Start in Laos hatten, hat uns dafür der Süden um so mehr überrascht.

Zum Thema Kommunismus in Laos können wir noch immer nicht viel erzählen. Bis zum Schluss hat uns dieses Land nicht gezeigt, warum hier Kommunismus herrscht und was genau der Unterschied zu anderen Ländern sein soll.