Datum: 25.08.-31.08.2015 Kauai
Hurrican abgedreht aber nicht ohne Auswirkungen auf unsere Reise
Nach zwei sehr unterschiedlichen hawaiianischen Inseln sind wir nun neugierig, wie wir die älteste Insel, Kauai, erleben werden. Zum Glück hat der Hurrikan kurz vorher abgedreht, die einzige Auswirkung ist, dass wir in den letzen Tagen deutlich mehr Regen hatten.
Während unsere Zeit auf der wunderschönen Kauai-Insel stehen wir deshalb ab und zu vor verschlossene Toren oder vor Wanderwegen, von welchen momentan abgeraten wird. Zum Beispiel wollen wir die ersten zwei Meilen des Kalalau-Trail entlang der Napali Küste wandern, aber es könnte unerwarteter Regen auftauchen und die Wege in gefährliche Routen verwandeln. Auch der westlich gelegene „Polihale State Park“ mit Blick auf die Napali Küste bleibt verschlossen, da die Brücke weggerissen wurde.
Nordseite: Wunderschöne Strände und tropisches Klima
Als erstes möchten wir die Nordseite erkunden und holen deshalb in Kapaa ein Permit für den Campingplatz beim „Haena Beach Park“. Mehr zu unseren Campingerlebnissen könnt ihr weiter unten lesen.
Die Nordseite ist unter anderem bekannt für ihre Strände (wie man es sich von Hawaii vorstellt, besser gesagt, so haben wir es uns vorgestellt), tropische Pflanzen und Dschungel. Besonders schön ist der Abschnitt vom Ort Hanalei bis zum Ende der Strasse bei der Napali Coast. Da dies die tropische Seite von Kauai ist, kann es unerwartet zu Regengüssen kommen, normalerweise aber nur für ein paar Minuten.
Hanalei Valley
Haena Beach frühmorgens
Kee Beach frühmorgens
Weiter haben uns folgende Orte besonders gut gefallen: Lumahai Beach (waren kaum Leute), Kee Beach und Haena Beach (sind schnell gefüllt mit Leuten aber doch schön), Hanalei (gemütlicher Ort), Anini Beach (gut zum schnorcheln für Wasserschildkröten).
Westseite: Wandern und Kunst
Als nächstes fahren wir nach Westen und stellen unser Zelt beim „Salt Pond Beach Park“ auf. Die gewöhnlich nutzbaren Zugänge zur Napali Coast bleiben wie oben schon erwähnt geschlossen. Helikopterflüge und Schifffahrten sind uns deutlich zu teuer, aber trotzdem wünschen wir uns, einen Blick auf diese bekannte Küste werfen zu können. Also können wir nur abwarten, ob allenfalls doch noch ein Weg sich öffnet. Wandern wollen wir nun aber doch, war dies doch unser ausgewählter „Schwerpunkt“ auf dieser Insel 🙂 Früh morgens fahren wir entlang dem Waimea Canyon zum Museum im „Kokee State Park“, um uns über die aktuellen Bedingungen der Wanderwege zu erkundigen. So nebenbei, wir befinden uns in diesem Moment an einem der nässesten Orte der Welt.
Die „Museumsfrau“ erklärt uns, es gibt einen Weg „Awa Awapuhi Trail“, bei welchem wir am Schluss eine Sicht auf die Napali Coast von oben haben, jedoch ist dies vom Wetter abhängig. Wir studieren die bereitgelegten Karten, Zeitangaben undWanderbedingungen. Denn vor dem Regen, welcher heute voraussichtlich um 11 oder 12 Uhr angesagt ist, müssen wir zurück sein. Wir entschliessen uns, loszugehen und werden mit einer wunderschönen Aussicht belohnt.
Zum Glück haben wir das „Aussichts-Zeitfenster“ erwischt und da wir schneller als geplant unterwegs sind, erreichen wir rechtzeitig das Auto bevor es anfängt zu regnen.
Nebst der tollen Wanderung und eindrücklichen Sonnenuntergänge wird uns der Kunst- und Musikabend im kleinen Ort Hanapepe in schöner Erinnerung bleiben. Wir bestaunen Fotografien und geniessen die gemütliche Atmosphäre mit kleinen musikalischen Livedarbietungen.
Südseite: Poipu und Spouting Horn
An der Südseite campieren wir nicht aber besuchen sie gerne, um zu Baden und das „Spouting Horn“ zu sehen. Das Spouting Horn ist eine Lavaröhre, welche durch den Wellengang gefüllt wird und durch den Druck aus einem Loch an die Oberfläche schiesst. Durch die entweichende Luft entsteht ein Heulen gefolgt von einer Wasserfontäne.
Besonders die Region Poipu ist bekannt für seinen schönen Strände und viele Sonnenstunden. Kein Wunder, dass wir hier die Luxus-Ressorts antreffen, anders als zum Beispiel in Maui finden wir es hier weniger tragisch. Denn es gibt keine hohen Blöcke, da in Kauai die Regel gilt: „kein Gebäude darf grösser als die Kokosnusspalmem sein“.
Ostseite: Kayak fahren auf dem Wailua River
Als es das Wetter endlich zulässt, mieten wir ein Kayak und paddeln den Wailua Fluss entlang.
Die meisten Besucher besichtigen so die „Secret Falls“-Wasserfälle, welche nur über eine Kayakfahrt und anschliessender Wanderung erreichbar sind. Unser Ziel ist dieser Ort nicht, sondern die Süsswasserquelle, welche auch nur mit dem Kayak erreichbar ist. Wir sind eine ganze Weile die einzigen Besucher und geniessen die schöne Stimmung und das Baden.
Fast kostenlos: Campingerfahrungen auf Kauai
Während unsere Kauai-Zeit sind wir die ganze Zeit mit dem Zelt unterwegs und übernachten so fast kostenlos. Die Permits kosten nur 3$/Person (für Anwohner kostenlos). Und es erwarten uns nicht schäbige Plätze sondern Campingmöglichkeiten direkt am Strand, immer mit Duschen (Kaltwasser draussen), Sanitäranlagen und auf unserem Westcamping sogar Strom und überdeckte Unterstände. Die Campingplätze auf Kauai sind toll ausgebaut. Wir erleben sowohl positive wie auch negative Momente an diesen Orten.
„Haena Beach Park“
Schon auf unserem ersten Campingplatz im Norden, Haena Beach Park, denken wir, dass gewisse Personen hier leben und nur für die wöchentlichen Reinigungstage eine andere Übernachtung suchen. Stört uns nicht weiter, es ist ruhig und friedlich in der Nacht.
„Salt Pond Beach Park“
Auf unserem nächsten Zeltplatz im Westen, Salt Pond Beach Park, wird sich unsere Vermutung bestätigen. Wir werden von einem jungen Mann herzlich begrüsst und zur seiner Runde eingeladen. Es ist eine gemütliche Runde. Doch je mehr Alkohol konsumiert wird, desto mehr haben wir den Eindruck, die Stimmung zwischen den Einzelnen verändert sich und wird aggressiv. Als wir dann sehen wie die ersten Drogen ausgepackt werden, ist es uns endgültig unwohl und für beide klar, dass wir uns nun verabschieden.
In dieser Nacht schlafen wir kaum etwas, da wir oft aufschrecken, Geschrei und Unruhe ist auf dem Campingareal. Am nächsten Tag überdenken wir unsere Situation: Obwohl der Campingplatz sehr schön gelegen ist, ist uns unwohl. Wir können die Leute um uns herum schlecht einschätzen. Aber die Lage für unsere Ausflüge ist optimal, was nun? Wir bleiben, aber werden wenig Zeit hier verbringen. Was schade ist, den die Lage ist toll und die Sonnenuntergänge unvergesslich.
Die nächsten Tage grüssen wir freundlich zurück, bleiben aber auf Distanz. Die Zeit geht ohne weiteren Zwischenfälle vorbei trotzdem sind wir immer etwas angespannt.
„Anahola Beach Park“
Unsere letzten zwei Nächte verbringen wir auf dem Campingplatz im Anahola Beach Park. Geprägt durch die gemachten Erfahrungen fragen wir beim Rettungsschwimmer nach, ob er wisse wie die Lage bei diesem Camping ist. Aus seiner Sicht sei es ruhig und kein Problem, aber 100 Prozent sicher kann man nie sein.
An diesem Ort machen wir aber eine ganz andere Erfahrung. Schon am ersten Abend bemerkten wir ein Päärchen, gut versteckt, welche wahrscheinlich hier leben. Sie sind aber kaum bemerkbar, denn erst wenn es dunkel wird, waschen sie Kleider, duschen und schauen für Essen.
Wir wissen, dass unsere Zeltzeit nun entgültig zu Ende geht. Die letzten Campingutensilien wie Zelt, Matratze, Schlafsäcke und das Schnorchelmaterial werden wir für unsere Weiterreise nicht mitnehmen. Am letzten Abend fragen wir sie, ob sie etwas davon gebrauchen können. Sie nehmen alles. Etwas später kommt der Mann vorbei und schenkt uns eine selbstgemachte Kette und Ohrringe aus Muscheln. Wir können es fast nicht annehmen. Aber ihm ist es wichtig und so nehmen wir gerührt dieses einzigartige Geschenk an. Mahalo.
Bye bye Hawaii
Morgen früh gehts für uns nach Honolulu auf Oahu, jedoch nur für eine Nacht. Für uns ist es gefühlsmässig unser letzter Abend auf Hawaii. Wir sind von den drei sehr unterschiedlichen Inseln sehr überrascht worden. Jede Insel ist eigen und jede Insel hat verschiedenste klimatische Regionen, was eine riesen Vielfalt bietet. Unser Bild von reinen Ferieninseln haben wir revidiert. Wenn wir nun an Hawaii denken, kommen uns weniger blaues Meer, Sandstrand und strahlendes Wetter in den Sinn. Sondern wechselhaftes Wetter, Foodtrucks, Hühner (ja überall sind Hühner), Wanderwege, abwechslungsreiche Landschaften, Strände, Baden, Vulkane, Schnorcheln, und und und 😉

















