Datum: 04.12.-07.12.2015 Luang Prabang
Zum Glück verlieren wir nur ein Fenster, der Weg nach Luang Prabang
Als wir zu fünft den nahegelegenen Busbahnhof in Nong Khiaw erreichen, um uns auf den Weg nach Luang Prabang zu machen, sehen wir ein „Soengthaw“ (grösseres Tuktuk), gefüllt mit Touristen und es beginnt zu regnen. Es stellt sich heraus, dass dieses Gefährt der „Bus“ um 11 Uhr ist, also denn, welchen wir eigentlich nehmen wollten. Aber so wollen wir nicht 4 Stunden nach Luang Prabang fahren und kommen auf das Angebot des Taxifahrers zurück, dass er uns mit seinem Minivan fährt, zwar etwas teurer dafür direkt bis zum Gästehaus. Doch dieser winkt ab, er könne es jetzt nicht mehr machen, da wir nun schon am Busbahnhof sind und die anderen Fahrer das sehen würden…
Das Soengthaw ist schon mehr als gut gefüllt, die Plastikplanen zwar runtergeschnürt, aber ich nehme nicht an, dass dies mit der Fahrtgeschwindigkeit im Inneren trocken bleibt. Zum Glück ist der „Bus“ voll und wir müssen uns nicht die Frage stellen, ob wir es herausfinden wollen und so fährt das Soengthaw ohne uns los. Kaum ausser Sichtweite erklärt uns der Ticketverkäufer, es fahren jetzt weitere Busse (kosten etwas mehr, aber wir sprechen hier von knapp 2 CHF), alles Minivans. Und so sitzen wir bald im geschützten Minivan, jeder hat einen eigenen Sitzplatz und die Reise verläuft ohne weiteren Zwischenfälle. Zwar begleiten uns x Schlaglöchern und nur ab und zu löst sich fast die Heckscheibe, welche mit Schnüren befestigt ist, aber ansonsten klappt alles, wie geplant und wie erklärt. Wie es wohl der ersten Gruppe geht?
Kurz vor Luang Prabang lässt der Fahrer eine Einheimische am nördlichen Busbahnhof raus, wir Touristen dürfen hier nicht aussteigen, obwohl es für uns alle hier näher zu den Gasthäusern wäre, aber offizieller Endpunkt ist der südliche Busbahnhof. Kaum dort angelangt, erwarten uns die Tuktukfahrer und wollen pro Person 20’000 Kip, Normalpreis ist 10’000 Kip. Wir sind nicht in der Laune zu diskutieren, sondern erkunden uns erstmal vor Ort, wie die Zeiten und Preise für die Weiterfahrten sind. Auf unserer Erkundungstour entdecke ich ein Schild mit Preisen, unter anderem steht dort auch der korrekte Tuktukpreis von 10’000 Kip. Und mit Hin und Her werden wir zu diesem Preis gefahren.
Alles in allem klappten die bisherigen Reise immer gut, aber das Erreichen der Busse und dann wieder das Verlassen der Busbahnhöfe ist immer mit Diskussionen verbunden, es lohnt sich zu vor zu erkunden, was die normalen Preise sind. Ist dann zwar immer noch mühsam, aber einfacher, weil die Laoten nicht besonders viel Ausdauer haben. Preis sagen und dann einfach ruhig Warten. Trotzdem nervt es uns langsam aber sicher schon etwas, versuchen sie an allen Orten so hartnäckig bei den überhöhten Preisen zu bleiben, aber naja…
Luang Prabang, UNESCO Weltkulturerbe
Luang Prabang ist die alte Königsstadt und ehemalige Hauptstadt vom Königsreich Lan Xang, dem Land der Millionen Elefanten. Momentan feiert die Stadt das 20-jährige Jubiläum als UNESCO-Weltkulturerbe. Seit 1995 stehen 32 buddhistische Klöster und die gesamte französische Kolonialarchitektur unter Denkmalschutz.
Eindrücke der Stadt
Gelände des Königspalast Ho Kham

Vat Xieng Thong
Aussicht auf den Mekongfluss und den Nam Khan Fluss, bei welchem jedes Jahr nach der Regenzeit die Bambusbrücken neu gebaut werden
Umstrittener Mönchsgang
Wie wir schon in einem Beitrag zu Myanmar erklärt haben, gehen die Mönche jeweils frühmorgens auf einen Rundgang und erhalten Essensgaben der Bevölkerung. Dieser tägliche stattfindende Rundgang findet an allen Orten statt, in Luang Prabang ist er besonders bekannt. Leider haben wir viel schlechtes gehört und gelesen. So gäbe es Touristen, die die Kamera fast in das Gesicht der Mönche strecken oder selbst eine Gabe geben wollen, leider aber nur ungesunde Sachen geben.
Schlussendlich entscheiden wir uns, um 4:30 Uhr aufzustehen und vor Ort zu entscheiden, ob wir bleiben oder nicht. Wir gehen durch die noch dunklen Strassen, kaum eine Menschenseele ist zu sehen und mit noch ziemlich verschlafenen Augen erreichen wir die grosse Strasse in der Altstadt. O..o..o, was wir hier sehen lässt nicht viel Gutes erahnen, die gesamte Strassenseite ist mit kleinen Stühlen besetzt, davor vorbereitete Gabenkörbchen. Vis-à-vis stehen Verkäuferinnen, die uns sofort Süssigkeiten für die Mönche verkaufen wollen, lassen uns aber schnell in Ruhe und es ist wieder still.
Wir setzen uns gegenüber auf die Strassenseite und lassen diese Eindrücke auf uns wirken. Je heller es wird, desto mehr Gruppen strömen herbei, die Tourführer weisen den Leuten die Plätze zu, es wird laut.
Und uns wird es zu viel. Wir entscheiden uns in die Nebenstrasse zu wechseln, mit dem Gedanken, nach Hause zu gehen. Und dann sehen wir in der fast verlassenen Strasse, den einen oder anderen, fast unscheinbaren Sitzplatz. Wir entscheiden uns, in eine ruhige Ecke zu sitzen, etwa 5 Meter von einem älteren Herr entfernt. Er schaut uns an und es ist ok. Und so können wir das ruhige Geschehen hier beobachten. Menschen, die den Mönchen ehrfürchtig ihre Gaben geben, Mönche, die Gaben erhalten und gleichzeitig Säckeweise Süssigkeiten mit sich tragen welche sie zuvor von den Touristen erhalten haben.
Tat Kuang Si
Wir haben auf unserer Reise schon den einen oder anderen Wasserfall besucht, mal beeindruckend, mal weniger. Der mit dem Tuktuk eine Stunde entfernte Kuang Si Wasserfall hat uns begeistert. Schon die ersten Schwellen sahen in der früh toll aus, fast unecht wie das Wasser zwischen den Bäumen über die Steinplatten seinen Weg sucht. Der Anblick des Hauptwasserfalls von 60 Meter ist einfach nur toll. Wir klettern noch Hoch, wo uns zwar keinen Ausblick zur Verfügung steht, aber schön ist es auch hier. Das Wasser, welches dann in die Tiefe stürzen wird, sucht auch hier seinen Weg durch den Wald. Wenn es Sonnenlicht hat, würde all diese Wasserteiche noch türkis leuchten. Bei uns war dies nicht so, aber toll war es trotzdem!
Förderung von handgemachter Ware
Um Luang Prabang gibt es verschiedentse Dörfer, welche gefördert werden, wirklich handgemachte Gegenstände herzustellen und so zu einer Verbesserung der Lebenslage für die gesamte Gemeinschaft beizutragen. Mit dem Fahrrad besuchen wir die Dörfer auf der anderen Seite des Nam Khan Flusses. Die hergestellten Produkte sind schön, die Arbeitsschritte können beobachtet werden und wenn fragen da sind, geben die Leute freundlich Auskunft oder zeigen einen Arbeitsschritt speziell. Es wirkt nicht wie ein Zirkus um den Touristen glaubhaft zu machen, dass die Ware wirklich Handgefertigt ist sondern wie ein richtiger Arbeitsplatz an dem wirklich gearbeitet wird.
Und dann wird es Zeit für einen Abschied. Seit unserem zweiten Tag in Laos sind wir mit Guillaume, Sophie und Sarah unterwegs. Nun trennen sich die Wege, denn wir reisen direkt in die Hauptstadt Vientiane und lassen Vang Vieng aus. Merci beaucoup, a la prochaine 😉




















