Big Island – Island of Hawai’i

Von Florian am  25.08.2015 |

Datum: 18.08.-25.08.2015 Big Island

Holpriger Start

Für gewöhnlich buchen wir unser Mietauto über  „billiger-mietwagen“.  Am Abend vor Big Island um 21:30 Uhr wollten wir dies wieder so machen. Da Deutschland aber schon 12 Stunden voraus ist, konnten wir keine Buchung für diesen Tag abschliessen, da dies für das System in der Vergangenheit gewesen wäre.

Somit kommen wir auf Big Island an und haben weder Auto noch Hostel. Leider erfahren wir, dass auf der Insel fast keine Busse fahren und wir gerade einen verpasst haben. Zum Glück können wir in einem Hostel eine Übernachtung per Telefon buchen, welches auch einen Shuttle-Service anbietet. Ausgemacht war ein Preis von 5$/Person. Im Hostel staunen wir nicht schlecht, als es 45$ pro Weg kostet, obwohl wir am Telefon sicherheitshalber nochmals nachgefragt haben. Angeblich haben wir ihn falsch verstanden…

Das Wetter spielt wegen dem nahen Huricane auch nicht mit und so regnet es den ganzen Tag. Wir entschliessen uns, das beste daraus zu machen, kaufen ein bisschen Bier und kochen erst mal Spaghetti. Der Abend wird dann ganz lustig mit den Leuten aus dem Hostel.

Am nächsten Tag stehen wir nach nur drei Stunden Schlaf früh auf, holen das Auto und sind nun bereit, die Insel zu erkunden.

Pololū Tal

Unser erster Stopp liegt im Norden. Erstaunlicherweise fahren wir nach dem vielen Regen in eine sehr trockene Region und freuen uns aufs Campieren. Unterwegs sehen wir jedoch die Folgen des Regens. Am Tag zuvor hat mein Handy bereits eine Flash-Flood-Warnung erhalten. Auf einigen Strassenabschnitten ist deutlich sichtbar, wo sich die Bäche ihren Weg gebahnt und was sie so mit sich getragen haben. Beim Camping angekommen, sehen wir, dass das Wasser nicht funktioniert und hören im Radio, dass weitere Regenfälle für die Nacht angesagt sind. Wir erhalten den Tipp, in Kapauu im Norden gäbe es ein Hotel, welches nicht teuer ist. Da wir noch Zeit haben und sowieso in diese Richtung fahren, schauen wir kurz vorbei. Kurz, absolut „herziges“ Hotel und fairer Preis und da wir die Nacht nicht im starken Regen verbringen wollen, freuen wir uns auf die Nacht dort.

Pizza Hawaii im Hotel 🙂

Der Regen setzt schon am frühen Abend wieder ein und wir entscheiden uns, am nächsten Tag das Pololū Tal zu besuchen. Und so stehen wir früh auf und wandern den steilen und rutschigen Weg runter zum Strand. Am Tag zuvor war das Wasser noch Braun vom Regen, jetzt ist davon nichts mehr zu sehen. Der Aufstieg zurück zum Auto ist nicht ganz ohne bei der Mittagshitze und somit verlieren wir ein paar tropfen Schweiss, aber diese haben sich durchaus gelohnt.

Fluss bei Regentag und am nächsten Morgen:

Mauna Kea

Vom Meeresboden aus gemessen, würde die Grösse des Mauna Kea die des Mount Everests locker überschreiten. Sichtbar über dem Wasser sind aber nur um die 4200 Meter und somit ist der Mauna Kea der höchste Berg im Staate Hawaii. Da auf Hawaii fast keine Lichtverschmutzung durch grössere Städte herrscht, hat sich der Mauna Kea zum Mekka für Weltraumteleskope entwickelt. So stehen hier zum Beispiel die Keck-Teleskope, welche die bis jetzt am weit entferntesten und ältesten bekannten Galaxien entdeckt haben. Auch sollen die Sonnenuntergänge auf dem Mauna Kea grandios sein.

Wir fahren mit unserem kleinen Mietauto bis zum Informationszentrum und hoffen auf eine Mitfahrgelegenheit zum Gipfel. Denn den letzten Teil der Strecke kann man nur mit einem 4×4 zurücklegen. Nach kurzer Zeit finden wir ein Pärchen, welches uns am Abend mitnehmen wird. Leider machen uns die Wolken einen Strich durch die Rechnung und wir können den Sonnenuntergang nicht sehen. Trotzdem konnte ich es nicht lassen, eine Timelapse davon zu machen. Nach dem Eindunkeln geht es zurück zum Besucherzentrum und wir können durch ein aufgebautes Teleskop den Saturn betrachten. Ich staunte nicht schlecht, als man den Saturn samt Ring ganz klar und deutlich sehen konnte.

Vulcano Nationalpark

Obwohl wir schon bei unserer Ankunft erfahren haben, dass momentan keine fliessende Lava zu sehen ist, freuen wir uns auf den Nationalpark mit dem Mauna Loa, einem der aktivsten und grössten Vulkane. Gleich bei der Ankunft im Nationalpark, bekommen wir eine Tour auf deutsch angeboten und das erst noch kostenlos. Da sagen wir nicht nein und machen uns auf die zwei stündige Wanderung mit dem deutsch sprechenden Guide. Auf der Tour sehen wir, wie fragil das Ökosystem auf einer Insel ist und was die Europäer und andere alles hergeschleppt haben. So waren früher keine Reptilien auf der Insel und auch Schweine gab es keine. Durch die Abgeschiedenheit der Insel haben sich im laufe der Zeit viele Unterarten von Vögel gebildet, welche so nur auf Hawaii existieren.

Am Abend gehts zum Jaggar Museum, von wo aus man den Krater sehen kann und im Dampf der Vulkans die Lava glühen sieht. Dazu gibts nur eins zu sagen: WOW! Leider wurde der Wanderweg zum Krater anfangs 2015 geschlossen, als der Vulkan zu viele giftige Gase entwickelte und somit müssen wir uns mit dem Glühen begnügen, was aber immer noch sehr imposant ist.

Südlichster Punkt der USA und Green Sand Beach

Natürlich muss man den südlichsten Punkt der USA besuchen, wenn er schon vor der Nase liegt. Uns beeindruckt an diesem Ort eher das wilde Meer mit den türkisen Wellen.

Da der Green Sand Beach in der Nähe liegt, gehen wir dort auch noch hin. Das heisst, wir müssen für einen Weg zwei Stunden hin Wandern, da wir keinen 4×4 besitzen. Wobei so einige, welchen einen 4×4 hatten, wieder gedreht haben, als sie die Strecke gesehen haben und ihr Mietauto nicht demolieren wollten. Und wir geniessen, wieder mehr zu Fuss unterwegs zu sein und so Ortschafen und Gegenden zu erkunden. Dort angekommen, können wir den grünen Sand schon sehen und sind erstaunt, dass auf diesem kleinen Fleck nicht mehr Touristen sind.

Delfine und Kaffee

Die letzten Tage auf Big Island haben wir über airbnb gebucht und einen super Host gefunden. Er fährt uns zum Wanderweg, welcher in eine Bucht bei der Captain Cook Statue führt. Eine Stunde runter und eine Stunde hoch heisst es jetzt. Der Weg ist steil, rutschig und überwachsen. Das Besondere an der Bucht ist, dass sich dort oft Delfine tummeln und man mit ihnen schwimmen kann. Wir haben Glück und nach einer Stunde in der Bucht taucht eine Gruppe Delfine auf. Wir schnappen unsere Schnorchel und Flossen und gehen ins Wasser. Teilweise waren die Tiere nur drei Meter entfernt oder schwammen direkt unter uns durch. Sehr beeindruckend, das alles zu sehen.

Da der Regen wieder da ist und wir bei dem Wetter nicht nochmal zu der Bucht gehen wollen, entscheiden wir uns, die Kaffeeplantage in der Nähe anzuschauen und den Kaffee zu probieren. Das Besondere am Kona Joe Coffee ist, dass er wie Trauben hochgebunden wird, so dass überall genügend Licht auf die Beeren kommt. Uns schmeckt er super und versüsst uns den regnerischen Tag ein wenig.

Mit Big Island haben wir eine ganz andere hawaiianische Insel kennengelernt. Sie hat uns auf eine ganz andere Art und Weise beeindruckt. Als jüngste Insel und mit einem aktiven Vulkan, ist die Entstehung aller Inseln mehr im Mittelpunkt und Thema auf unserer Rundreise auf Big Island, aber auch die vielen verschiedenen Klimazonen wie all die beschriebenen und nicht beschriebenen Erlebnisse, haben uns eine weitere Seite von Hawaii gezeigt.